Ab dem 29. März 2019 wird das Vereinigte Königreich nicht mehr der Europäischen Union angehören. Daher wird das Vereinigte Königreich von der Europäischen Union als ein Land außerhalb der Union betrachtet und unterliegt den gleichen Regeln wie andere Länder außerhalb der EU.

Ab dann gehört auch das Vereinigte Königreich im Prinzip nicht mehr zur EU-Zollunion und zum Binnenmarkt. Das Vereinigte Königreich und die EU haben jedoch vereinbart, dass das Vereinigte Königreich ab dem 29. März 2019 bis zum 31. Dezember 2020 Mitglied der EU-Zollunion und des Binnenmarktes bleiben kann, wenn das Austrittsabkommen ratifiziert wird. Während der sogenannten Übergangszeit wendet das Vereinigte Königreich das vollständige EU-Recht weiter an.

Die Unterhändler wollen diese Periode nützen, um einen Vertrag über die zukünftigen Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU-27 in einem Handelsabkommen zu verhandeln.

Was wird passieren, wenn kein Handelsabkommen nach der Übergangszeit geschlossen wird?

Wenn vor dem Brexit kein EU-27-Handelsabkommen mit dem Vereinigten Königreich geschlossen wird, wird es als „hartes Brexit“ bezeichnet. Die Handelsbeziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU werden zu diesem Zeitpunkt den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) unterliegen. Das bedeutet, dass Einfuhrtarife anwendbar werden und Grenzkontrollen wieder eingeführt werden. Der Handel wird dadurch teurer (steigende Preise).

Für belgische Unternehmer ist es wichtig zu wissen, was dies für ihr Unternehmen nach dem 29. März 2019 bedeuten kann, und genau zu prüfen, auf welcher Stufe ihrer Wertschöpfungskette sie sich auswirken werden.

  • Welche Auswirkungen kann der Brexit auf Ihr Unternehmen haben? 
  • Welche administrativen Prozesse müssen Sie bewältigen? 
  • Welche Veränderungen sind für Ihre Logistik, Ihre Mitarbeiter, Ihre Software zu erwarten? 
  • Welche Änderungen fallen an der Grenze an? 
  • Inwieweit werden sich die Kosten ändern? 
  • Ist es sinnvoll, eine Tochtergesellschaft in Großbritannien zu eröffnen? 
  • Oder um dort Lagerbestände aufzubauen oder zu halten?

Ein sich entwickelnder Markt

Die Länder der Europäischen Union profitieren von einem offenen Markt untereinander. Die Unternehmen erfreuen sich eines relativ einfachen gegenseitigen Handelsaustausches. Die Europäische Union hat auch mit mehreren anderen Nicht-EU-Ländern (Handels-)Abkommen geschlossen. Dies erleichtert Unternehmen aus diesen Ländern den Handel mit EU-Ländern. Die in den Freihandelsabkommen der EU mit Drittländern vereinbarten Regeln gehen über die multilateralen Regeln der WTO hinaus. Sobald das Vereinigte Königreich die Europäische Union verlassen hat, werden britische Unternehmen nicht mehr in der Lage sein, diese vorteilhafteren europäischen Abkommen zu nutzen.

Das Vereinigte Königreich hat jedoch bereits seine Absicht bekundet, für seine Unternehmen Abkommen mit Drittländern außerhalb der EU abzuschließen. All diese Veränderungen verändern den Markt, in dem belgische Unternehmen tätig sind, völlig (auch wenn sie nicht direkt mit dem Vereinigten Königreich zusammenarbeiten). Der Brexit hat daher nicht nur Auswirkungen auf belgische Unternehmen auf dem europäischen Markt, sondern wahrscheinlich auch auf ihre Handelsbeziehungen zu anderen Nicht-EU-Ländern.

EU-Berichte und -Dokumente

Seit dem Referendum über den Brexit vom 23. Juni 2016 hat der FÖD Wirtschaft den möglichen Folgen dieses Austritts für die belgische Wirtschaft besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Die Generaldirektion Wirtschaftsanalysen und Internationale Wirtschaft verfolgt die (wirtschaftliche) Entwicklung im Vorfeld des Brexit aufmerksam.

Am 20. Juni 2016 wurde eine High Level Group (HLG) gebildet, um Belgien so gut wie möglich auf die Folgen des britischen Austritts aus der Europäischen Union vorzubereiten. Seitdem hat diese HLG in Zusammenarbeit mit dem FÖD Wirtschaft, der Nationalbank und dem Föderalen Planbüro mehrere Berichte veröffentlicht. Aus den Analysen und Konsultationen der verschiedenen Sektoren ging insbesondere hervor, dass die Lebensmittel-, Textil-, Pharma- und Hafenindustrie angesichts der Bedeutung des Vereinigten Königreichs für diese Sektoren sowohl als Kunde als auch als Lieferant besondere Aufmerksamkeit verdienen.

Neben den HLG-Studien erstellt der FÖD Wirtschaft in Zusammenarbeit mit der Nationalbank und dem Föderalen Planbüro auch Brexit-Folgeberichte. Diese Berichte bestehen aus drei Teilen:

  • eine Bestandsaufnahme der Verhandlungen,
  • eine Analyse von kurzfristigen Indikatoren und Schlüsselbotschaften,
  • eine Analyse der wichtigsten aktuellen Studien zum Brexit.

Neben der Überwachung der kurzfristigen Wirtschaftsindikatoren konzentrieren sich diese Berichte insbesondere auf Handelsdaten und die am stärksten gefährdeten Sektoren.

Die Europäische Kommission informiert die Öffentlichkeit auch über den Brexit. Hier finden Sie noch mehr relevante Informationen zu den Folgen des Brexit.

Letzte Aktualisierung
12 März 2019