Trotz des zwischen der Europäischen Union und dem Vereinigten Königreich ausgehandelten Handels- und Kooperationsabkommens wird Ihr Unternehmen wahrscheinlich einige Folgen des Brexit zu spüren bekommen. Selbst wenn Sie keinen Handel mit dem Vereinigten Königreich treiben, können Sie indirekt betroffen sein. Deshalb sollten Sie:

  • so bald wie möglich die Auswirkungen des Brexit auf Ihr Unternehmen prüfen und
  • die notwendigen Schritte, um damit umzugehen, ergreifen.

Nachfolgend finden Sie 6 Tipps, um heute noch zu beginnen.

1. Lösen Sie Ihre Zollprobleme lieber heute als morgen

Seit dem 1. Januar 2021 werden Sie mit neuen Zollverfahren konfrontiert. Das Vereinigte Königreich ist zu einem „Drittland“ geworden, für das jedoch eine im Abkommen ausgehandelte Präferenzregelung gilt. 

  • Was kostet die Zollabfertigung in Belgien und dem Vereinigten Königreich? 
  • Was ist mit der Mehrwertsteuer-Verrechnung?
  • Wie hoch sind die möglichen Einfuhrzölle für bestimmte Produkte in Ihrem Sortiment, abhängig von den für sie geltenden Ursprungsregeln?

Prüfen Sie also jetzt, welche Auswirkungen sich für Ihre Importe aus dem Vereinigten Königreich bzw. Ihre Exporte nach Großbritannien ergeben und was genau Sie zu beachten haben.

2. Bewerten Sie die Auswirkungen des Brexits auf Ihr Unternehmen

Das Vereinigte Königreich verließ die Europäische Union und die Übergangsphase endete um Mitternacht am 31. Dezember 2020. Es ist jetzt eine unabänderliche Realität! In extremis wurde ein Handels- und Kooperationsabkommen geschlossen, das es ermöglicht, bestimmte Auswirkungen des Austritts des Vereinigten Königreichs aus dem Binnenmarkt und der Zollunion zu begrenzen, insbesondere in Bezug auf Zölle.

Die Wiedereinführung von Grenzkontrollen und Zollformalitäten macht die Sache jedoch nicht einfacher. Jetzt, da die endgültigen Austrittsmodalitäten aus dem Vereinigten Königreich bekannt sind, können Sie die Auswirkungen des Brexits auf die Finanzen Ihres Unternehmens berechnen. Sie finden es am besten so schnell wie möglich heraus!

3. Prüfen Sie die Auswirkungen des Brexits auf Ihre Lieferkette

Eines der wichtigsten Dinge ist es, die Auswirkungen der Zollintervention und aller Arten von Kontrollorganen auf Ihre Produkte und Lieferungen in das und aus dem Vereinigten Königreich zu berücksichtigen. Die Wiedereinführung von Zollkontrollen an den Grenzen wird sich auf die Wartezeiten auswirken. Welche Auswirkungen hat diese zusätzliche Wartezeit auf Ihre Logistik? Werden Ihre Produkte den britischen Supermarkt oder Ihre eigenen Regale pünktlich erreichen? Müssen Sie im Vereinigten Königreich mit der Vorratshaltung beginnen? Kurz gesagt, betrachten Sie Ihre Logistik, die Produktmengen, die Sie in das oder aus dem Vereinigten Königreich transportieren, und die Auswirkungen von Zoll- und anderen Eingriffen auf Ihre Produkte.

4. Überprüfen Sie Ihre Personalpolitik und Verträge im Detail

Belgische Arbeitgeber werden nicht mehr ohne Einschränkungen mit ihren eigenen belgischen Mitarbeitern im Vereinigten Königreich arbeiten können (Ende der Personenfreizügigkeit). Diese Mitarbeiter benötigen erneut ein Visum und eine Arbeitserlaubnis, wenn sie für mehr als 90 Tage in einem Zeitraum von 6 Monaten entsandt werden. Es können auch andere Anforderungen gestellt werden, wie z. B. das Bildungsniveau der Migranten oder die Höhe der Löhne. Kurz gesagt: der Brexit kann erhebliche Konsequenzen für Ihr Personal und Ihre Personalpolitik haben.

Stellen Sie sicher, dass Sie wissen, wie viele Arbeitnehmer (und welche Arbeitnehmer) im Vereinigten Königreich beschäftigt sind, und überprüfen Sie, ob der Brexit in Ihrem HR-Kalender eingeplant ist. Formulieren Sie z. B. bereits in jedem Entsendungsvertrag einen Vorbehalt für jede neue und bestehende Entsendung. Auf diese Weise können Sie die Entsendung oder die Bedingungen der Entsendung neu bewerten, wenn die politische und rechtliche Situation dies rechtfertigt. Wir empfehlen Ihnen auch, mit den betroffenen Mitarbeitenden ins Gespräch zu kommen und ihnen eventuell Fragen zu den Folgen des Brexits (Einbürgerung?) zu stellen. Können Sie die Dinge anders regeln und rechtliche Probleme vermeiden?

5. Es gelten andere Regeln: Seien Sie vorbereitet!

Wir stellen bereits jetzt in einigen Bereichen fest, dass das Vereinigte Königreich beginnt, andere Forderungen als der Rest der EU zu stellen. Es ist zu erwarten, dass sich dieser Trend noch verstärken wird. Beispielsweise könnte das Vereinigte Königreich für viele Produkte strengere Anforderungen stellen. Denken Sie darüber nach, was das Vereinigte Königreich in Ihrem Sektor anders machen könnte und wie sich dies auf Ihre Produkte oder Dienstleistungen und Ihr Angebot auf dem britischen Markt auswirken wird.

Es ist zu erwarten, dass der Einfluss des Brexits auf Verpackungsstandards und -vorschriften zunächst gering sein wird. Aber mit der Zeit könnten die europäischen und britischen Entwicklungen in diesen Bereichen durchaus beginnen, auseinander zu gehen. Lassen Sie sich von koordinierenden Organisationen, wie dem Bureau belge de Normalisation (NBN) und dem Institut belge de l'Emballage (IBE), informieren.

Informieren Sie sich auch rechtzeitig über mögliche Zusatzkosten für Zertifizierung und langfristige Tests nach der Übergangsphase.

6. Wie empfindlich sind Sie gegenüber Wechselkursrisiken?

Der Wert des Pfund Sterling kann aufgrund aller durch den Brexit verursachten Turbulenzen steigen oder fallen. Welche Auswirkungen wird dies auf Ihr Geschäftsmodell haben? Seien Sie sich der Risiken bewusst und besprechen Sie mit Ihrer Bank die Möglichkeiten, diese zu vermeiden.

Glücklicherweise kann man auf unterschiedliche Weise damit umgehen. Verhandeln Sie z. B. auf Euro lautende Verträge mit Ihren britischen Kunden oder versuchen Sie, eine Wechselkursklausel einzufügen, damit Sie Preisänderungen vornehmen können.

Erfahrungsberichte

Viele Unternehmer haben sich bereits auf den Brexit vorbereitet. Im Folgenden finden Sie die Erfahrungsberichte von zwei von ihnen.

(Erfahrungsbericht auf Niederländisch)

Mögliche positive Auswirkungen des Brexits

Glücklicherweise kann der Brexit auch gewisse Chancen bieten. Wenn Sie beispielsweise Konkurrenten haben, die ihre Lieferungen überwiegend aus Großbritannien beziehen, könnten einige der Unannehmlichkeiten, die der Brexit ihnen bereitet, Ihrem Unternehmen letztendlich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Vielleicht können Sie Ihren britischen Konkurrenten auf dem EU-Markt auch Marktanteile abnehmen? 

Selbst wenn Sie nicht direkt mit dem Vereinigten Königreich Handel treiben, kann der Brexit einen Einfluss auf Ihr Geschäft haben, manchmal sogar positiv. Denken Sie darüber nach.

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Letzte Aktualisierung
28 Januar 2021

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