Normung

Die britische nationale Einrichtung für Normung (British Standards Institute - BSI) ist bisher Mitglied des European Committee for Standardization (CEN) und des European Committee for Electrotechnical Standardization (CENELEC).

Im Bereich der Telekommunikation ist die Mitgliedschaft im ETSI (European Telecommunications Standards Institute) direkt und ignoriert die Mitgliedschaft in nationalen Organisationen. Sie wird daher hier nicht berücksichtigt, da der Brexit keine Auswirkungen auf sie haben wird.

Nach dem Brexit qualifiziert sich das BSI nicht mehr als Vollmitglied des CEN und CENELEC, sondern könnte ein „angeschlossenes Mitglied“ mit deutlich weniger Rechten werden. Es gibt anscheinend keine Änderung der Standards, wenn das BSI weiterhin angeschlossenes Mitglied bleibt. Andererseits besteht die Gefahr einer Unterscheidung zwischen europäischen und britischen Normen, wenn das BSI nicht (angeschlossenes) Mitglied bleibt. Dies würde zu zusätzlichen Verpflichtungen und Kosten für die Unternehmen führen, die die europäischen und britischen Normen erfüllen müssten.

Das BSI möchte jedoch Vollmitglied bleiben und „weiterhin mit seinen ehemaligen europäischen Partnern zusammenarbeiten“. Zu diesem Zweck wäre eine Änderung der Satzung erforderlich.

Um die Stabilität des europäischen Normungssystems zu gewährleisten und um allen Experten, die zur Entwicklung der europäischen Normen beitragen, Rechtssicherheit und Kontinuität auf technische und politische Ebene zu bieten, haben CEN und CENELEC während ihrer Generalversammlung am 23. November 2018 vereinbart, für eine Übergangszeit ab dem Datum des Brexit (normalerweise am 29. März 2019) bis zum 31. Dezember 2020 zu sorgen.

Während dieser Übergangszeit bewahrt BSI, die britische nationale Einrichtung für Normung, die Rechten und Verpflichtungen eines Vollmitgliedes ungeachtet des politischen Abkommens oder dergleichen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich.

Diese Seite wird aktualisiert, sobald eine Klärung der Satzung erfolgt ist.

Akkreditierung

Nach dem Brexit sind die EU-Behörden nicht mehr verpflichtet, Zertifikate des United Kingdom Accreditation Service (UKAS, nationale britische Akkreditierungsstelle) anzuerkennen. Dies stellt Unternehmen, die akkreditierte Einrichtungen für Konformitätsbewertung (OEC) im Rahmen ihres Produktionsprozesses einsetzen, zwangsläufig vor Probleme. Eine zufriedenstellende Antwort auf dieses Problem ist noch nicht gegeben. Hierüber muss in der Sperrzone und im Bereich der technischen Handelsbeschränkungen (technical barriers to trade - TBT) eine Einigung erzielt werden.

Es ist klar, dass jede Beteiligung des UKAS an der Europäischen Zusammenarbeit zur Akkreditierung (EA, European cooperation for Accreditation) - als Vollmitglied oder sui generis-Mitglied - in jedem Fall so erfolgen muss, dass der UKAS weiterhin die Anforderungen der Verordnung 765/2008 erfüllt, die den rechtlichen Rahmen bildet, in dem die EA tätig ist. Dies wird jedoch nur möglich sein, wenn das Vereinigte Königreich weiterhin über einen Rechtsrahmen verfügt, der es dem UKAS ermöglicht, diese Anforderungen zu erfüllen, d.h. in der Praxis sollte das Vereinigte Königreich weiterhin die gleichen Regeln anwenden wie in der Verordnung 765/2008.
 

Letzte Aktualisierung
12 März 2019