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    Kontext

    Elia, der Betreiber des belgischen Mittel- und Hochspannungsnetzes, veröffentlicht jedes Jahr seine Winterprognosen für die Stromversorgung in unserem Land.

    Laut der Analyse von Elia ist das Risiko einer Stromknappheit im Winter 2019–2020 sehr gering. Diese Meinung vertritt auch die Generaldirektion Energie des FÖD Wirtschaft. Aus diesem Grund entschied der Energieminister am 15. Januar 2019, für den Zeitraum vom 1. November 2019 bis zum 31. März 2020 keine strategischen Reserven zu schaffen.

    Nach erneuter Prüfung der Analysen im ersten Halbjahr 2019 bestätigte der Minister diese Entscheidung am 30. August 2019.

    Elia verfolgt die Entwicklung der Parameter für die belgische Stromversorgung genau und informiert die Regierung regelmäßig über den aktuellen Stand.

    Sie können das Risiko einer Stromknappheit für die nächsten sieben Tage jederzeit einschätzen, indem Sie den Stromindikator von Elia zurate ziehen.

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    Maßnahmen auf 4 Ebenen

    Produktion

    Schaffung einer strategischen Reserve

    Um die Versorgungssicherheit in Belgien zu gewährleisten, wurde 2014 der Mechanismus einer strategischen Reserve in das Gesetz über die Organisation des Strommarktes eingeführt. Die Aktivierung dieser strategischen Reserve ist in besonderen Situationen während der Winterperiode (vom 1. November bis 31. März des folgenden Jahres) möglich.

    Der Energieminister entscheidet jedes Jahr im September, wie groß die Reserve für den kommenden Winter sein soll.

    Diese Reserve kann aus der potentiellen Strommenge bestehen:

    • Der Produktionseinheiten, die vor kurzem abgeschaltet wurden, aber während der Winterperiode jederzeit reaktiviert werden können. Dies wird als Angebotsmanagement bezeichnet;
    • Die andererseits dadurch eingespart wird, dass Kunden damit einverstanden sind, ihren Stromverbrauch im Notfall für eine bestimmte Dauer ganz oder teilweise zu verringern. Dies wird als Nachfragemanagement bezeichnet;

    Im November 2018 analysierte Elia im Rahmen der ihm per Gesetz übertragenen Aufgaben die Bewertung der Höhe der strategischen Reserve, die für den Winter 2019–2020 benötigt wird. Der Energieminister entschied am 15. Januar 2019, für den Zeitraum vom 1. November 2019 bis zum 31. März 2020 keine strategische Reserve zu schaffen. Diese Entscheidung basiert auf:

    • Der Analyse, die Elia im November 2018 vornahm; 
    • Der Empfehlung der Generaldirektion Energie vom 14. Dezember 2018;
    • Den aktualisierten Analysen von Elia aus Mai und August 2019 für den Zeitraum 2019–2020.

    Am 30. August 2019 teilte der Minister – vor Ablauf der gesetzlichen Frist für die erneute Überprüfung des Volumens am 1. September – mit, dass die Schaffung einer strategischen Reserve für den Winter 2019–2020 nicht erforderlich ist.

    Weitere Informationen zur strategischen Reserve.

    Verlängerung der Laufzeit der Kernkraftwerke

    Der Zeitplan für den Atomausstieg wurde geändert, wobei die Laufzeit von Doel 1, Doel 2 und Tihange 1 bis 2025 verlängert wurde.

    Import

    Seit Ende 2014 wurden zahlreiche Maßnahmen getroffen, um die Verbindungen zwischen dem belgischen und dem niederländischen Stromnetz zu verstärken.

    Im Winter 2016–2017 wurde an der Nordgrenze ein zusätzlicher Transformator installiert. Dadurch können eintreffende Energieströme noch besser auf den Bedarf abgestimmt und die Leistung des bestehenden Stromnetzes weiter gesteigert werden.

    Elia arbeitet weiterhin an der Entwicklung anderer technischer Maßnahmen, um unsere Stromimportkapazität aus den Niederlanden weiter zu erhöhen.

    Auch bei den anderen Verbindungen und Netzerweiterungen sind die Arbeiten in vollem Gange, um das belgische Netz über neue elektrische Verbindungen unter anderem mit Großbritannien und Deutschland zu verknüpfen.

    Ungleichgewichtstarif

    Der Ungleichgewichtstarif betrifft nicht Privatpersonen und Unternehmen, sondern die Teilnehmer des Stromgroßmarktes, die im Auftrag der Versorger Strom kaufen und verkaufen.

    Mit dieser recht komplexen Maßnahme sollen die Energieversorger ihre Kunden dazu bewegen, im Falle einer Verknappung ihren Stromverbrauch zu reduzieren.

    Den Lieferanten, die diese Energiesparmaßnahmen nicht korrekt umsetzen, wird eine Buße auferlegt. Zum Beispiel wird ein Ungleichgewichtstarif von 4.500 Euro/MWh angewandt, wenn die beiden folgenden Bedingungen erfüllt sind: Die strategischen Reserven wurden aktiviert und das Bestehen eines strukturellen Defizits in Echtzeit wurde bestätigt.

    Der Zweck der Maßnahme besteht in der Verringerung der Wahrscheinlichkeit einer Abschaltung.

    Weitere Informationen über den Ungleichgewichtstarif finden Sie auf der Website von Elia.

    Maßnahmen für eine Senkung der Nachfrage

    Im Mai 2013 gab die Generaldirektion Energie des FÖD Wirtschaft eine Studie über die Festlegung von Maßnahmen zur Begrenzung der Stromnachfrage in Auftrag. Diese Maßnahmen können ergriffen werden, wenn eine Knappheit droht.

    Im Mai 2013 gab die Generaldirektion Energie des FÖD Wirtschaft eine Studie über die Festlegung von Maßnahmen zur Begrenzung der Stromnachfrage in Auftrag. Diese Maßnahmen treten in Kraft, wenn eine Knappheit droht oder tatsächlich herrscht.

    Auf der Grundlage einer Studie des Beratungsunternehmens Deloitte und der 2012 durchgeführten Arbeiten prüfte die Generaldirektion Energie verschiedene Maßnahmen zur Verringerung der Nachfrage.

    Sie gliedern sich in zwei Kategorien:

    • Sensibilisierungsmaßnahmen auf der Grundlage freiwilliger Maßnahmen der Akteure in den verschiedenen Sektoren, und
    • Verbindliche, gesetzlich auferlegte Maßnahmen.

    Die Sensibilisierungsmaßnahmen waren Gegenstand der OFF ON-Kampagne des Jahres 2014.

    Die Maßnahmen gliedern sich in vier Hauptkategorien:

    1. Bürger und Wohnsektor
      • Sensibilisierungs- und Verbotsmaßnahmen für einen niedrigeren Verbrauch der Bürger im täglichen Leben (Heizung, Geräte im Standby-Modus, Haushaltsgeräte, Beleuchtung, usw.)
    2. Gebäude
      • Sensibilisierungs- und Verbotsmaßnahmen für einen niedrigeren Verbrauch (Beleuchtung, Heizung, Lüftung, IT, usw.)            
        Dies betrifft alle privat oder gewerblich genutzten Gebäude:
        • Verwaltungsgebäude
        • Läden und Geschäfte
        • Usw.

    Die Generaldirektion Energie erstellte dafür ein Dokument, das ein Verfahren für die Senkung des Energieverbrauchs in Nicht-Wohngebäuden enthält.

    1. Beleuchtung
      • Sensibilisierungs- und Verbotsmaßnahmen für eine größtmögliche Einschränkung der Beleuchtung und die Abschaltung jeder unnötigen Beleuchtung, insbesondere:
        • private Außenbeleuchtung, dekorative Beleuchtung, usw.;
        • Beleuchtung der Autobahnen und einiger anderer Straßen;
        • Außenbeleuchtung öffentlicher Gebäude, Plätze und Monumente (Brunnen, Monumente, Museen, usw.);
        • Werbetafeln, Weihnachtsbeleuchtung, usw.
    2. Zugverkehr
      • Maßnahmen für eine Begrenzung des Energieverbrauchs in Bahnhöfen, Zügen (Heizung, usw.) und sonstiger Infrastruktur.
    Letzte Aktualisierung
    26 Februar 2020