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    Bei einem Spannungsabfall oder einer Frequenzschwankung infolge von Notsituationen und Zwischenfällen (wie Stürmen und extremen Wetterbedingungen), die das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage stören können, gibt es verschiedene Maßnahmen zur Wiederherstellung des Gleichgewichts im Netz, wie die Erhöhung der Produktionsmittel und als letztes Mittel die automatische Aktivierung des Abschaltplans (siehe Ministerialerlass vom 3. Juni 2005 zur Festlegung des Stromabschaltplans), um dieses Gleichgewicht so schnell wie möglich wiederherzustellen.

    Das Verfahren bei plötzlich auftretenden Phänomenen wird im Ministeriellen Erlass vom 3. Juni 2005 zur Festlegung des Plans für die Abschaltung des Stroms beschrieben.

    Aus rechtlicher Sicht bezieht sich der Begriff „Abschaltplan“ auf diesen Ministeriellen Erlass. Zur Erleichterung der Kommunikation und zum einfacheren Verständnis verwenden wir auf dieser Website den Begriff „Abschaltplan“, um die konkrete Umsetzung der Abschaltung gemäß dem Ministeriellen Erlass (praktische Modalitäten der Abschaltung) zu bezeichnen.

    Ein Vorfall in der Vergangenheit: Ems

    Am 4. November 2006 musste Elia diese Maßnahmen anwenden, als früher als erwartet eine Hochspannungsleitung über die Ems (Deutschland) außer Betrieb genommen werden musste, um die Durchfahrt eines Schiffes aus einer Werft zu ermöglichen. Aufgrund des unerwarteten Ausfalls dieser Leitung kam es zu einer Überlastung und Hochspannungsleitungen im deutschen Netz fielen nacheinander aus. Dadurch war ein großes geografisches Gebiet, einschließlich der Benelux-Länder, eines Teils Deutschlands, Frankreichs, der Schweiz, Italiens, Spaniens und Portugals, von einem großen Produktionsdefizit betroffen, da die Nachfrage das Angebot in diesem Teil des europäischen Netzes bei weitem überstieg.

    Im belgischen Netz wurden damals Maßnahmen getroffen, wie:

    • sofortige Inbetriebnahme von schnell anlaufenden Produktionseinheiten zur Erzeugung zusätzlicher Energie,
    • Etwa 800 MW (also 10 % der Last, die zu diesem Zeitpunkt etwa 8.000 MW betrug) wurden kurzzeitig unterbrochen, vor allem bei Industriekunden und bei Privatkunden in ländlichen Gebieten.

    In allen Ländern Kontinentaleuropas, die von dieser Situation betroffen waren, wurden identische Maßnahmen getroffen.

    Das belgische Übertragungsnetz lieferte damit den Beweis, dass es in der Lage ist, angemessen auf eine solche unerwartete, umfangreiche Störung zu reagieren. Die normale Situation wurde in weniger als 1 Stunde wiederhergestellt.

    Emergency Response Review - IEA

    Ende November 2013 führte die International Energy Agency (IEA) einen Emergency Response Review (ERR) der Energiekrisenpolitik in Belgien durch. Die IEA beurteilte dabei die Krisenpolitik für Strom positiv. Im Bericht dieses ERR lobt die IEA diese Krisenpolitik aufgrund ihrer Robustheit und ihres fortgeschrittenen Entwicklungsstandes.

    Der Zweck des ERR besteht darin, zu prüfen, in welchem Maße ein Land in der Lage ist, eine Krisensituation im Energiebereich zu bewältigen. Ein Expertenteam führt derartige Überprüfungen bei den verschiedenen Mitgliedern der IEA durch.

    Letzte Aktualisierung
    21 Februar 2020