Nukleare Kooperation mit Drittländern
Was die Nuklearpolitik betrifft, so erfolgt eine Kooperation mit Drittländern in mehreren Bereichen. Diese Kooperation liegt besonders auf drei Ebenen: Der nuklearen Sicherheit, der Forschung und Entwicklung und der Versorgung.
Versorgung
Um die Versorgung der Kernreaktoren auf dem europäischen Hoheitsgebiet zu erhalten, wurden Kooperationsverträge mit Kanada, Australien, Kasachstan, den USA, Usbekistan und der Ukraine abgeschlossen.
Forschung und Entwicklung
Das europäische Rahmenprogramm für Forschung und Entwicklung stellt eine wichtige Grundlage für die Forschung und die Ausbildung (Euratom) dar. Eine Reihe von Drittländern, zum Beispiel die Schweiz, nimmt ebenfalls daran teil. Darüber hinaus gibt es, speziell für die Kernforschung, europäische Verträge mit Kanada, den USA und Argentinien.
Es gibt bilaterale Verträge im Bereich der Kernforschung mit Südkorea und China.
Nukleare Sicherheit
Im Laufe der Jahre wurden mehrere Initiativen im Hinblick auf die Verbesserung der Sicherheit der nuklearen Anlagen in den Ländern Mittel- und Osteuropas und der GUS ergriffen. Belgien nimmt an diesen internationalen Initiativen entweder durch die EBWE, oder durch europäische Programme, oder auch durch bilaterale Programme teil.
- Das Instrument für die Zusammenarbeit in der Nuklearsicherheit. Diese Zusammenarbeit konzentrierte sich vor allem auf die Länder der früheren Sowjetunion, wird aber auf die Nachbarländer der EU erweitert werden.
- Eine Anzahl von Hilfsprojekten in den osteuropäischen Ländern, die vor kurzem der EU beigetreten sind. Diese Zusammenarbeit betrifft den Abbruch von Kernkraftwerken, die außer Betrieb gestellt wurden, die Verwaltung der radioaktiven Abfälle und die Unterstützung für die Sicherheitsbehörden. Zu diesem Zweck hat Belgien ein bilaterales Hilfsprogramm aufgestellt.
Darüber hinaus wurde in der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) ein multilateraler Fonds aufgestellt: Das „Northern Dimension Environmental Programme“ oder NDEP. Verschiedene bilaterale Projekte wurden entwickelt, hauptsächlich mit Russland, aber auch mit anderen Ländern. Das Motiv war, dass die Umsetzung der Projekte in einem bilateralen Rahmen effizient und schneller ist. Für diejenigen belgischen Unternehmen, die über den nuklearen Sachverstand verfügen, der für die Durchführung der Aktivitäten erforderlich ist, welche die nukleare Sicherheit verbessern, wird es leichter sein, daran teilzunehmen. Die bilateralen Projekte können ebenfalls vom MNEPR-Vertrag (MNEPR = „Multilateral Nuclear Environmental Programme“) profitieren, der die juristische Grundlage für die Zusammenarbeit mit Russland bildet.
